Verschleierter Lorbeerwald und schroffe Küste im Anaga-Landpark auf Teneriffa
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Anaga-Landpark auf Teneriffa: Rundtour, Mietwagen oder Aufenthalt im Norden?

Ein praktischer Leitfaden für den Besuch des Anaga-Landparks auf Teneriffa – mit Vergleichen zu geführten Touren, Mietwagen, Linienbussen und Übernachtungen im Norden für alle Urlaubsplaner.

Der Anaga-Landpark ist jener Tagesausflug auf Teneriffa, der viele Besucher den Charakter der Insel völlig neu bewerten lässt. Da frühstückt man noch auf einer sonnigen Hotelterrasse in Costa Adeje oder Los Cristianos, und wenige Stunden später wandert man durch feuchten Lorbeerwald, blickt in tiefe Schluchten oder genießt frischen Fisch an der schwarzsandigen Küste rund um Taganana, Almáciga und Benijo. Es ist nach wie vor Teneriffa – und fühlt sich doch an wie eine völlig andere Welt.

Genau dieser Kontrast macht es lohnenswert, den Ausflug ins Anaga-Gebirge gut zu planen. Die Straßen sind schmal und kurnig, die Aussichtspunkte weit verstreut, Busverbindungen zwar nützlich, aber eingeschränkt, und einige der lohnendsten Wanderwege erfordern ein gutes Timing oder eine Voranmeldung. Für viele Reisende lautet die Kernfrage daher nicht, ob sich ein Besuch lohnt, sondern wie man ihn am besten angeht: eine geführte Anaga-Tour buchen, für einen Tag einen Mietwagen nehmen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ab Santa Cruz oder La Laguna anreisen oder gleich eine Nacht im Norden Teneriffas verbringen, um den Ausflug zu entschleunigen.

Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die gerade Hotels, Transfers, Ausflüge und Mietwagen für Teneriffa aussuchen. Er zeigt, für wen sich das Anaga-Gebirge besonders eignet, wo die beste Ausgangsbasis liegt, was man buchen und was man besser vermeiden sollte – und wie aus einer schönen Idee ein absolut gelungener Urlaubstag wird.

Warum das Anaga-Gebirge so ganz anders ist als das klassische Urlaubsteneriffa

Das Anaga-Gebirge nimmt den Nordosten Teneriffas ein und erstreckt sich über das Gemeindegebiet von Santa Cruz de Tenerife, San Cristóbal de La Laguna und Tegueste. Die UNESCO hat das Biosphärenreservat des Massivs von Anaga in diesem Teil der Insel unter Schutz gestellt – eine reizvolle Mischung aus geschütztem Naturpark, Naturreservaten, Meeresgebieten und Natura-2000-Zonen. Praktisch bedeutet das für Reisende: eine kompakte, aber topografisch anspruchsvolle Landschaft. Auf den Kämmen wächst dichter Lorbeerwald, an den Hängen ducken sich abgelegene Weiler, an der Küste locken schwarze Buchten, und die Straßen winden sich in engen Serpentinen durch die Berge, statt sie abzukürzen.

Der Reiz liegt nicht in einer einzelnen Sehenswürdigkeit begründet. Das Anaga-Gebirge entfaltet seine Faszination als erlebnisreicher Tagesmix: ein morgendlicher Stopp am Aussichtspunkt Cruz del Carmen oder an einem anderen Panoramapunkt im Wald, ein kurzer Spaziergang unter moosbewachsenen Bäumen, eine kurvenreiche Fahrt oder eine geführte Tour hinab nach Taganana, ein Mittagessen nahe Roque de las Bodegas oder Almáciga und vielleicht ein Abstecher nach Benijo, sofern es Wetter, Gezeiten und Parkplatzsituation erlauben. Das ist kein durchgestylter Resort-Ausflug mit touristischer Vollpassung an jeder Ecke, sondern eine ursprüngliche Berg- und Küstenregion, die mit Flexibilität und Entdeckergeist belohnt wird.

Für Urlauber im Süden Teneriffas bringt ein Ausflug ins Anaga-Gebirge außerdem die perfekte Balance in die Ferien. Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos bieten exklusive Hotels, Strände, Bootstouren und entspannte Abende, zeigen jedoch kaum die urtümliche, grüne und vom Atlantik geprägte Seite der Insel. Das Anaga-Gebirge tut es sehr wohl. Das macht es besonders attraktiv für Paare, aktive Familien mit älteren Kindern, Fotografen, Wanderer und alle, die mal einen Tag dem Rhythmus aus Pool und Strandpromenade entfliehen möchten.

Schnellentscheidung: Tour, Mietwagen, Bus oder Übernachtung?

Wer in Costa Adeje, Playa de las Américas, Los Cristianos, Golf del Sur oder einem anderen Ort im Küstensüden untergekommen ist, fährt mit einer geführten Anaga-Tour meist am entspanntesten. Man spart sich die lange Anfahrt, den Stress auf den Bergstraßen, die Parkplatzsuche und die Routenplanung. Zudem eignet sich diese Variante hervorragend für alle, die mehr als nur reine Fotostopps wollen: Ein guter Guide erklärt Hintergründe zum Lorbeerwald, zu den ländlichen Siedlungen, kulinarischen Traditionen und den Wetterphänomenen, die diese Region so einzigartig machen.

Einen Mietwagen zu buchen empfiehlt sich, wenn man sich auf Bergstraßen sicher fühlt, das Anaga-Gebirge mit La Laguna oder Santa Cruz verbinden und flexibel anhalten möchte. Das funktioniert besonders gut ab Puerto de la Cruz, La Laguna oder Santa Cruz, da der Anfahrtsweg kürzer ist und der Tag nicht so sehr von Autobahnkilometern bestimmt wird. Auch vom Süden aus lässt sich die Insel per Leihwagen erkunden, allerdings wird es dann ein langer Tag. Man sollte ehrlich einschätzen, ob man Freude an schmalen Kurven, wechselnden Sichtverhältnissen und begrenzten Parkmöglichkeiten an beliebten Spots hat.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind durchaus eine Option, eignen sich aber vor allem für Besucher, die ohnehin in Santa Cruz oder La Laguna nächtigen, und weniger für Feriengäste aus den Südresorts. Die TITSA-Linien verbinden Santa Cruz und La Laguna mit verschiedenen Teilen des Anaga-Gebirges, darunter auch Verbindungen Richtung Taganana und Almáciga – allerdings fahren die Busse seltener als im Süden üblich. Wer den Bus wählt, sollte mit leckerem Gepäck, frühem Aufbruch und einem überschaubaren Plan reisen. Es ist jedoch kaum machbar, Cruz del Carmen, Taganana, Benijo und mehrere Aussichtspunkte in einem entspannten Tag komplett per Linienbus zu verbinden.

Eine Übernachtung in La Laguna, Santa Cruz oder direkt in einer ländlichen Unterkunft im Anaga-Gebirge ist ideal, wenn der Naturpark ein echtes Highlight der Reise und kein bloßer Abstecher sein soll. Das empfiehlt sich vor allem für Wanderer, Fotografen, Slow-Travel-Fans und Paare, die vor oder nach dem Hotelaufenthalt im Süden ein paar Tage im grünen Norden verbringen möchten. La Laguna begeistert mit historischem Altstadtflair und kurzem Weg in die Berge; Santa Cruz bietet urbanen Komfort, Restaurants und gute Busanbindungen; Puerto de la Cruz kommt infrage, wenn man einen umfassenderen Nord-Insel-Itinerar plant.

Die besten Ausgangsbasen für einen Besuch im Anaga-Gebirge

La Laguna ist der stilvollste Ausgangspunkt für einen kürzeren Aufenthalt mit Fokus auf das Anaga-Gebirge. Das historische Zentrum beherbergt Boutique-Hotels, Apartments, Restaurants und bietet abends ein merklich frischeres Klima als der Süden. Zudem ist man schnell am Cruz del Carmen, einem der wichtigsten Eingangstore in den Park. Wer Waldspaziergänge mit Architektur, gemütlichen Straßencafés und einem weniger touristischen Teneriffa-Gefühl verbinden möchte, ist hier bestens aufgehoben.

Santa Cruz de Tenerife ist pragmatischer, aber äußerst praktisch. Die Inselmetropole punktet mit Verkehrsanbindungen, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Stadthotels und einer zügigen Zufahrt Richtung San Andrés und dem dortigen Straßennetz ins Anaga. Für Urlauber, die den Bus nach Taganana nutzen oder den Ausflug mit dem Strand von Las Teresitas verbinden wollen, ist Santa Cruz oft komfortabler als La Laguna.

Puerto de la Cruz ist eine tolle Basis für alle, die sich ohnehin für einen Urlaub an der grünen Nordküste entschieden haben. Es liegt zwar weiter vom Anaga entfernt als La Laguna oder Santa Cruz, ist für einen Nordost-Ausflug aber immer noch deutlich näher als Costa Adeje. Auch für Mietwagen-Routen, die das Anaga-Gebirge mit La Orotava, Garachico, Icod de los Vinos und dem Teide vom Norden aus verbinden, ist der Standort optimal.

Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos sind nach wie vor exzellente Urlaubsdomizile auf Teneriffa, aber eben keine Ausgangsbasis für das Anaga. Wer im Süden wohnt, plant das Anaga-Gebirge am besten als gebuchte Exkursion oder als bewussten Ganztagesausflug mit dem Auto ein. Man sollte nicht erwarten, dass man mal eben zwischen Frühstück und Abendessen dorthin springt. Der Ausflug ist es absolut wert, verlangt aber nach etwas Zeit.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für den ersten Besuch

Cruz del Carmen ist für die meisten Besucher der ideale erste Anlaufpunkt. Hier gibt es ein Besucherzentrum, einen Aussichtspunkt und den Zugang zu kürzeren Waldwegen – perfekt, um in den Genuss des Lorbeerwalds zu kommen, ohne gleich eine anstrengende Wanderung zu absolvieren. Das Infozentrum liefert zudem nützliche tagesaktuelle Hinweise, falls das Wetter die Wege beeinträchtigt hat.

Der Lorbeerwald ist das unverkennbare Naturerlebnis im Inselinneren. An nebligen Tagen wirkt er fast märchenhaft: farnbedeckte Hänge, verschlungene Äste, feuchte Luft und plötzliche Ausblicke über Bergränge und Ozean. Genau hier zeigt sich der große Vorteil einer geführten Tour: Ohne Vorwissen sieht man schlicht einen schönen Wald; mit den passenden Erklärungen versteht man jedoch, warum dieses feuchte Bergökosystem auf den Kanarischen Inseln so schützenswert ist.

Taganana ist das klassische Küstendorf, das man unbedingt einplanen sollte, wenn die Route es hergibt. Die Straße nach unten windet sich malerisch mit fantastischen Blicken über Schluchten und Meer. Das Dorf und die nahe Küste laden zu einer ausgiebigen Mittagspause ein – ideal für alle, die eine authentischere Küche suchen als in den typischen Touristenrestaurants der Küstenorte. Roque de las Bodegas und Almáciga werden oft mit Taganana kombiniert, da sie an derselben spektakulären Küstenlinie liegen.

Benijo ist jener fotogene Schwarzesandstrand, den man von zahllosen Bildern des Anaga-Gebirges kennt. Er liegt recht abgelegen, ist über Treppen von der Straße aus zu erreichen und eher für seine gewaltige Atlantikkulisse als zum entspannten Baden bekannt. Offizielle Tourismusstellen warnen vor starker Strömung und hohem Wellengang – betrachten Sie Benijo daher primär als Aussichtspunkt und wildes Küstenhighlight und nicht als Ort für ein unbeschwertes Familienbad. Die Parkmöglichkeiten sind knapp bemessen, und bei Sonnenuntergang kann es auf der Straße voll werden; bauen Sie den Tag also nur um Benijo herum, wenn Sie mit diesen Einschränkungen gut leben können.

Lohnt sich eine geführte Anaga-Tour?

Für viele Besucher ganz klar: ja. Eine geführte Tour ins Anaga-Gebirge ist die beste Wahl, wenn Sie im Süden untergebracht sind, keine Lust auf Fahrten über Bergstraßen haben, den Hoteltransfer schätzen oder eine durchdachte Route bevorzugen, die Wald, Aussichtspunkte und Dörfer perfekt kombiniert. Das ist auch die vernünftigste Option, wenn Ihnen nur ein freier Tag zur Verfügung steht und Sie diesen nicht mit dem Entziffern von Straßenschildern, gesperrten Wegen und der Parkplatzsuche verbringen möchten.

Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf einem entspannten Naturerlebnis statt auf dem klassischen Sightseeing-Programm liegt, ist die Anaga-Wald-Wellness-Tour eine hervorragende Wahl: Sie verbindet eine leicht verständliche Wanderung mit Entspannungselementen wie Waldbaden, Yoga oder Achtsamkeit sowie dem Hin- und Rücktransfer.

Die besten Touren bieten weit mehr als reinen Transport. Achten Sie auf Kleingruppen-Wandertouren, wenn Sie aktiv zu Fuß unterwegs sein möchten, auf Privattouren für ein ganz flexibles Tempo oder auf Nord-Kombinationstouren, die La Laguna, Las Teresitas oder Taganana einschließen. Prüfen Sie das angegebene Wanderniveau sorgfältig: Manche Anbieter nennen einen leichten Waldspaziergang bereits Wanderung, andere meinen damit mehrere Stunden auf unebenem Terrain. Beides hat seine Berechtigung, spricht aber unterschiedliche Reisende an.

Buchen Sie eine geführte Tour, wenn Sie als Paar ohne Mietwagen unterwegs sind, Respekt vor Bergstraßen haben, im Winter anreisen (wenn sich das Wetter schnell ändern kann) oder das Anaga-Gebirge in seiner kulturellen Tiefe erleben möchten. Auch im Vergleich zu den Kosten für einen Mietwagen (inklusive Sprit, Parkstress und Versicherungs-Upgrades) rechnet sich eine Tour oft – zumal beim Selberfahren immer eine Person auf die Straße statt auf die Aussicht schauen muss.

Buchen Sie jedoch nicht blind die günstigste Tour. Das Anaga-Gebirge ist keine Region, in der eine gehetzte Busrundfahrt immer glücklich macht. Lesen Sie die Routenbeschreibung genau: Werden Cruz del Carmen, Taganana, Benijo, La Laguna oder ein echter Waldspaziergang angesteuert? Ist die Abholung im Hotel inklusive oder muss man sich in La Laguna oder Santa Cruz einfinden? Ist das Mittagessen enthalten, optional oder gar kein Thema? Solche Details sind weitaus wichtiger als ein paar Euro Preisunterschied.

Wann ein Mietwagen die bessere Wahl ist

Ein Mietwagen ist die optimale Option für alle, die absolute Unabhängigkeit schätzen. So lässt sich früh aufbrechen, an beliebigen Aussichtspunkten verweilen, flexibel auf Nebel oder Regen reagieren und das Anaga-Gebirge mit einer Übernachtung in La Laguna oder Santa Cruz verbinden. Das funktioniert auch für geübte Autofahrer, die in Puerto de la Cruz oder im Norden wohnen, da der Anfahrtsweg deutlich kürzer und weniger ermüdend ist als von ganz im Süden.

Das Geheimnis liegt hier in der Routendisziplin. Versuchen Sie nicht, an einem Tag jeden Aussichtspunkt, jeden Strand und jedes Dorf mitzunehmen. Eine sinnvolle Ersttäter-Route führt beispielsweise nach La Laguna, weiter zum Cruz del Carmen, zu einem kurzen Waldspaziergang, nach Taganana, Roque de las Bodegas oder Almáciga und anschließend über eine Panoramastraße zurück – mit genügend Zeit für ein Abendessen in La Laguna. Vom Süden kommend müssen Sie entsprechend mehr Autobahnzeit einplanen und den Anaga-Teil kompakter halten.

Weniger empfehlenswert ist ein Leihwagen, wenn Sie ungern Serpentinen fahren, Mitreisende leicht unter Reisekrankheit leiden, Sie mit sehr kleinen Kindern unterwegs sind oder erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückkehren wollen. Die Straßen sind zwar asphaltiert und für Einheimische Alltag, aber eben nicht für jeden Urlaubsfahrer entspannend. Sollte der Mietwagen ausschließlich für diesen einen Ausflug gedacht sein, vergleichen Sie vorab Kosten und Komfort mit einer geführten Tour.

Wer sich für ein Auto entscheidet, wählt am besten einen Kleinwagen statt eines großen Gefährts, es sei denn, die Gruppe benötigt den Platz tatsächlich. Informieren Sie sich vorab über die Parkmöglichkeiten, parken Sie keinesfalls so, dass schmale Straßen blockiert werden, und nehmen Sie auch bei warmem Wetter im Süden etwas wärmere Kleidung mit. Auf den Kämmen des Anaga-Gebirges kann es kühl, feucht und windig sein, während an der Südküste die Sonne scheint.

Kann man das Anaga-Gebirge auch mit dem Bus besuchen?

Ja, aber der Bus eignet sich vor allem für einen gezielten, punktuellen Besuch. Offizielle Tourismusinfos verweisen auf die Busanbindung ab Santa Cruz und La Laguna, wobei vor allem die TITSA-Linie 946 Santa Cruz mit San Andrés, Taganana und Almáciga verbindet. Das macht den öffentlichen Nahverkehr zu einer realistischen Option für Urlauber in Santa Cruz – vor allem für diejenigen, die sich auf eine bestimmte Küstenregion konzentrieren möchten, statt den gesamten Park abzuklappern.

Ab La Laguna lassen sich Busse zum Cruz del Carmen gut für kurze Waldspaziergänge nutzen. Ab Santa Cruz sind die Linien Richtung Taganana und Almáciga praktisch für den Küstenbereich. Die Einschränkung liegt jedoch in Taktung und Flexibilität: Verpasst man den Rückbus, entscheidet sich spontan um oder möchte Wald und Küste an einem Tag verbinden, diktiert der Fahrplan das gesamte Programm.

Für Feriengäste im Süden sind die öffentlichen Verkehrsmittel ins Anaga-Gebirge meist zu zeitaufwendig und zerstückelt für einen entspannten Urlaubstag. Man muss oft erst nach Santa Cruz vordringen, dort umsteigen und das Ganze abends rückwärts wiederholen. Das mag für preisbewusste Individualreisende funktionieren, aber die meisten Gäste aus Costa Adeje, Los Cristianos oder Playa de las Américas sind mit einer Tour oder einem Mietwagen deutlich zufriedener.

Die besten Anaga-Routen nach Reisetyp

Für Erstbesucher im Süden ist eine geführte Tagestour inklusive Abholung die beste Wahl. Wählen Sie eine Variante, die einen echten Stopp im Anaga-Wald, mindestens einen Aussichtspunkt und entweder Taganana oder ein Nordküstendorf beinhaltet. Das bietet den perfekten Kontrast zur Urlaubs-Südküste und erspart einen anstrengenden Selbstfahrertag.

Paare mit Mietwagen planen den Tag am besten etwas geruhsamer: ein Frühstück in La Laguna, Cruz del Carmen, ein kurzer Waldspaziergang, ein Mittagessen rund um Taganana oder Roque de las Bodegas und die Rückfahrt am späten Nachmittag vor Einbruch der Dunkelheit. Fahren Sie Benijo nur an, wenn Wetter, Parkplatzsituation und Zeitplan mitspielen. Der Tag wird schöner, wenn er keine Checkliste ist.

Für Wanderer verdient das Anaga-Gebirge mehr als nur einen flüchtigen Stopp. Der Rundwanderweg PR-TF 8 von Afur nach Taganana wird vom Tourismusverband als mittelschwere, ca. 14,3 km lange Route eingestuft, die rund sieben Stunden dauert und erhebliche Höhenmeter im Auf- und Abstieg fordert. Das ist eine ernsthafte Tour und kein gemütlicher Urlaubsspaziergang. Prüfen Sie vorab stets die aktuellen Wegbedingungen über offizielle Kanäle und packen Sie ausreichend Wasser, Proviant, Wechselsachen und festes Schuhwerk für unwegsames Gelände ein.

Familien sollten ihre ganz persönliche Version des Anaga-Gebirges sorgfältig auswählen. Ältere Kinder, die Natur, Aussichten und kurze Wanderungen mögen, werden begeistert sein. Kleinkinder finden an langen Kurvenfahrten und wechselhaftem Wetter hingegen oft wenig Gefallen. Familien im Süden sollten stark überlegen, ob sie eine private oder kleine Gruppe buchen oder mit dem Auto lieber kurze Stopps statt langer Wanderungen einlegen. Benijo ist wunderschön, aber kein kinderwagenfreundlicher Strand; Treppen und Wellen verlangen hier nach aufmerksamer Beaufsichtigung.

Für Fotografen entfaltet das Anaga-Gebirge seinen größten Zauber, wenn man das Wetter als Teil der Geschichte akzeptiert. Nebel im Wald, Wolken auf den Kämmen und wechselndes Küstenlicht gehören zum Charakter der Region. Eine Übernachtung im Norden bietet die besten Chancen auf stimmungsvolle Lichtverhältnisse, ohne vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang noch eine Riesenstrecke aus dem Süden fahren zu müssen.

Häufige Buchungsfehler

Der erste Fehler besteht darin, die Distanzen aus dem Süden zu unterschätzen. Auf der Landkarte wirkt Teneriffa überschaubar. In der Realität liegt das Anaga-Gebirge am entgegengesetzten Ende der Insel, und der letzte Abschnitt führt über anspruchsvolle Bergstraßen. Brechen Sie früh auf, halten Sie den Tag einfach – oder buchen Sie direkt eine Tour.

Der zweite Fehler ist die Annahme, Benijo sei ein unkomplizierter Badetag-Strand. Benijo ist ein wilder, malerischer Naturstrand mit Treppen, kaum Infrastruktur und starker Brandung. Er ist grandios für Fotos und Ausblicke, eignet sich aber keineswegs als ruhiger Badestrand wie Las Vistas, Playa del Duque oder Playa Fañabé.

Der dritte Fehler liegt in der Vermutung, jeder Anaga-Weg sei immer frei zugänglich, leicht oder genehmigungsfrei. Einige Routen erfordern eine vorherige Anmeldung, und nach schlechtem Wetter können sich die Bedingungen rasch ändern. Informieren Sie sich kurz vor dem Besuch über offizielle Wegesperrungen, besonders wenn das Wandern der Hauptgrund für den Ausflug ist.

Der vierte Fehler ist die Auswahl einer Tour rein nach dem Preis. Ein billiger Ausflug, bei dem die Hälfte des Tages für das Einsammeln von Passagieren draufgeht oder die schönen Ecken ausgelassen werden, bringt am Ende weniger Freude als eine kompaktere Kleingruppentour. Route, Abholort, Gruppengröße und das geforderte Wanderniveau sind die Faktoren, die den Tag prägen.

Der fünfte Fehler ist die Wahl der falschen Unterkunft auf Teneriffa für das geplante Vorhaben. Wer primär Strand, Pool und Restaurants sucht, bleibt am besten im Süden und bucht das Anaga als Exkursion. Stehen hingegen das Anaga-Gebirge, La Laguna, Wälder und Nordküsten-Städtchen im Mittelpunkt, lohnt sich ein geteilter Aufenthalt – einige Nächte im Süden, gefolgt von ein, zwei Nächten in La Laguna, Santa Cruz oder Puerto de la Cruz, bevor man von Teneriffa Nord abfliegt oder in den Süden zurückkehrt.

Wo sich das Anaga-Gebirge in den Teneriffa-Urlaub einfügt

Das Anaga-Gebirge ersetzt weder den Teide, noch Whale-Watching, die Strandhotels in Costa Adeje oder die klassischen Annehmlichkeiten, die viele Urlauber auf die Insel locken. Es ist das ideale Gegengewicht. Der Teide zeigt das vulkanische Hochgebirgsherz Teneriffas; das Anaga-Gebirge offenbart den alten, grünen Nordosten, wo Nebelwald, Schluchten, kleine Weiler und Atlantikküste eng beieinanderliegen.

Bei einem einwöchigen Ersturlaub macht sich das Anaga-Gebirge am besten als ein kompletter Tag neben dem Teide, einer Bootstour ab Costa Adeje oder Los Cristianos und entspannter Strandzeit. Bei zehn Tagen oder zwei Wochen Urlaub rechtfertigt sich ein gesonderter Hotelwechsel: ein paar Nächte in Costa Adeje oder Los Cristianos und ein oder zwei Nächte in La Laguna, Santa Cruz oder Puerto de la Cruz.

Für Wiederholer ist das Anaga-Gebirge einer der besten Gründe, den vertrauten Touristenpfaden den Rücken zu kehen. Es verleiht der Insel mehr Tiefe. Zudem sorgt es für clevere Reiseentscheidungen: eine geführte Tour für puren Komfort, einen Mietwagen für maximale Freiheit und eine Hotelübernachtung im Norden, wenn man Zeit statt langer Fahrstrecken schätzt.

Empfehlung zum Schluss

Wer im Süden Teneriffas wohnt und eine rundum gelungene, unkomplizierte Variante des Anaga-Gebirges sucht, bucht am besten eine geführte Tour inklusive Wald, Aussichtspunkten und mindestens einem Nordküstendorf. Wer sich auf Bergstraßen sicher fühlt und Flexibilität schätzt, leiht sich einen Kompaktwagen und startet früh – besonders von La Laguna, Santa Cruz oder Puerto de la Cruz aus. Wer bereits in Santa Cruz oder La Laguna weilt und nur einen bestimmten Bereich erkunden möchte, nutzt den Bus und hält den Plan entspannt.

Der beste Ausflug ins Anaga-Gebirge ist nicht derjenige, bei dem man die meisten Haken auf einer Liste setzt. Es ist jener, der die Natur respektiert: langsame Straßen, wechselhaftes Wetter, knappe Parkplätze, geschützte Wege und eine wilde Küste. Planen Sie genau so, wird das Anaga-Gebirge zu einem der unvergesslichsten Tage Ihres Teneriffa-Urlaubs und nicht zu einem stressigen Umweg.